Über die Gala der AfroLatin Dance Days

Wann: 29.12.
Wo: tanzhaus nrw

afrolatin
Mein Besuch der AfroLatin Dance Days Ein Erfahrungsbericht von Barbara Beer

Die AfroLatin Dance Days finden jedes Jahr im Tanzhaus NRW statt. Im Rahmen dieser Tage bekommt das Tanzhaus NRW Besuch von bekannten Tänzerinnen und Tänzern aus Afrika und Lateinamerika. Die Künstler*innen kommen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und das zeigt sich auch in ihren Tanzstilen. Sie reichen von Salsa und Tango, über traditionellen afrikanischen Tanz bis zu Afro HipHop. Die eingeladenen Tänzer*innen geben im Rahmen der AfroLatin Dance Days Workshops und treten gegen Ende alle zusammen bei der großen Gala auf. 2018 feiern die AfroLatin Dance Days 30-jähriges Jubiläum. Da habe ich mir die Chance nicht entgehen lassen und auch mal vorbeigeschaut.

Ich bin das erste Mal bei einer Tanzgala und konnte mir vorher nicht so richtig etwas darunter vorstellen. Ist das jetzt so ähnlich wie in der Oper, wo der Dresscode Abendgarderobe verlangt? Ich jedenfalls habe mich mal so angezogen, dass ich mich wohlfühle. Ich trage ein schlichtes Kleid, Strumpfhose und Stiefel. Als ich dann gegen halb acht im Tanzhaus eintreffe, ist es noch ziemlich leer. Bald aber füllt sich der Warteraum vor dem Tanzsaal. Zu meiner Erleichterung ist das Publikum sehr gemischt. Hier scheinen sich Eltern mit ihren Kindern, Freunde, Ehepaare und sonstige Grüppchen zu treffen. Klar, manche haben sich schick gemacht, aber einige tragen auch Jeans und T-Shirt. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, die Leute unterhalten sich locker und im Vorraum spielt eine Band. Dann geht’s auch schon in den Tanzsaal. Als Bloggerin habe ich einen Platz in der ersten Reihe. Die grenzt sich gar nicht so richtig von der Bühne ab. Mir schießt gleich ein bestimmter Gedanke durch den Kopf: Hoffentlich werde ich hier nicht dazu aufgefordert mitzutanzen. Das wäre mir ganz schön peinlich. So mit Freunden oder Zuhause okay, aber bitte nicht hier vor allen Leuten. Naja, notfalls in geduckter Haltung bleiben.

Bevor es richtig losgeht, werden noch ein paar Reden gehalten. Die Tänzer*innen danken der Festivalleiterin Dorothee Schackow dafür, die AfroLatin Dance Days vor dreißig Jahren ins Leben gerufen zu haben. Die Stimmung zwischen den Performer*innen und der Festivalleiterin ist herzlich, sie nennen sie liebevoll ihre „Mutter“. Die Reden sind nett, aber für meinen Geschmack etwas lang. Ich freue mich deshalb, als es mit dem ersten Tanz-Act losgeht. Die Show beginnt mit einer Choreografie von gut einem Dutzend Tänzer*innen. Zu wechselnden Lichtstimmungen bewegen sie sich langsam auf das Publikum, also auch auf mich, zu. Durch die Lichteffekte wirkt das Ganze fast so, als würde man einen alten Film von einer alten Zelluloidrolle schauen. Plötzlich stehen sie ganz nah vor mir. Dann bricht diese Anfangsszene ab und es folgen kurze und ganz unterschiedliche Choreografien. Mal erinnert das Ganze an Karneval in Rio, dann sind es Musiker mit Trommeln und scheinbar klassische afrikanische Tänze, die aufgeführt werden. Sie schaffen es, die Bühne mit Leben zu füllen und das Publikum richtig anzufeuern. Es gibt aber auch ruhigere Momente, zum Beispiel als der chilenische Tänzer Misael López, einen Dialog mit der Musik führt, erst verbal und dann auch tänzerisch.

Für mich war es faszinierend, diese ganzen unterschiedlichen Stile zu sehen. Kaum war eine Choreografie vorbei, ging es mit der nächsten weiter und ich war gespannt, womit das Publikum jetzt überrascht werden soll. Gerade gegen Ende der Gala gelang es den Performer*innen sehr gut, das Publikum mitzunehmen, immer wieder forderten sie dazu auf, im Takt zu klatschen und so die Tanzenden noch weiter anzufeuern. Und dann, als die Gala zu Ende war, passiert das, wovor ich zu Anfang noch Angst hatte. Die Tänzer*innen fordern das Publikum auf mitzutanzen. Erstmal sieht man ein paar zögerliche Blicke, ich bin nicht die einzige, die sich erstmal scheu umschaut. Zum Glück aber sind neben mir zwei Frauen, die sofort begeistert mittanzen. Also denke ich mir, was soll‘s und schließe mich ebenfalls an. Kurz darauf tanzt der ganze Saal heiter in Richtung Foyer, wo es dann mit der Party weitergeht. Die ausgelassene Stimmung der Tänzerinnen und Tänzer hat das Publikum angesteckt. Auch nach der Gala tanze ich so noch ein wenig zur Musik, bevor es für mich nach Hause geht. War letztlich gar nicht so schlimm selbst zu tanzen, eigentlich war es sogar das Schönste am ganzen Abend.

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