„Rōnin – made in Germany“ Takao Baba/E-Motion

Wann: 29.01. 19:00 + 31.01. 20:00 + 02.02. 11:00
Wo: tanzhaus nrw

„Rōnin – made in Germany“ von Takao Baba/E-Motion (c) Littlerock

Was die Festivalreporter sagen

#1 Die multikulturelle Heimat von Ann-Kathrin

Donnerstag, 19 Uhr. Die Türen des tanzhaus nrw öffnen sich, der Tatort liegt vor uns – und das ganz wörtlich. Mit der Titelmusik zur wohl beliebtesten Serie im Ersten startet Takao Baba seine Inszenierung. Danach – Stille. Was daraufhin in den nächsten sechzig Minuten folgt, ist neu, anders. Als ein Mix aus House, Popping, HipHop, zeitgenössischer Tanz, Tricking und Material Arts mit Fragmenten der Band Kraftwerk, aus dem Wagnerschen Werk, aber auch aus Goethes Werk und deutschem Schlager kündigt das tanzhaus nrw die Produktion an, doch findet sich viel mehr, wenn man genau hinschaut und -hört. Bei all den verschiedenen Tanz-Stilen, den schnellen Wechseln, den unterschiedlichen choreografischen Formationen hat der Zuschauer das Gefühl einer Überforderung. Und das in keinem Fall negativ. Es passiert so viel in so kurzer Zeit so schnell hintereinander oder gleichzeitig, dass man gar nicht mehr weiß, wo man als erstes hinsehen soll. Zum Ende der Vorstellung fühlt man sich fast so erschöpft wie die fünf Tänzer.

Doch nicht nur die Schnelligkeit und dass einem die eigenen körperlichen Grenzen bewusst gemacht werden, beeindruckt! Auch der Einsatz von Kleidung, Gestik und Mimik beeinflusst und fordert die Aufmerksamkeit: Das reicht von der Haremshose über das Samurai-Schwert bis zum Hitlergruß, den man als solchen interpretieren kann. Ganz klar wird das nicht, so wie vieles nicht eindeutig inszeniert ist und Freiräume für die eigenen Bilder im Kopf lässt, u.a. das Spiel mit Klischees verschiedener kultureller Unterschiede. Zwar sind die Szenen immer lose verbunden, stehen in Kontrast oder Bezug zueinander, aber sie bleiben episodisch. Fragmente, Ausschnitte der verschiedenen Identitäten, die jeder der fünf Tänzer kennt! Takao Baba gelingt es, dem Publikum das Thema von „Rōnin – made in Germany“ näher zu bringen: Gefragt wird, was es bedeutet, Deutscher zu sein, gleichzeitig aber auch Japaner, Iraker, Türke oder Amerikaner? Gerade in Zeiten von religiösem Fanatismus, Pegida-Bewegungen und aktuellen Flüchtlingsdebatten zeigt Baba eine Gemeinschaft, die nicht immer synchron ist, bei der einer mal aus der Formation ausbricht und zeigt, was ihn besonders macht. Am Schluss aber finden sich alle unter einem Regenschirm zusammen. „Now that it’s raining more than ever, know that we’ll still have each other, you can stand under my Umbrella“ – dieses Bild wusste schon Rihanna zu deuten.

Takao Baba, Andrea Böge, Sefa Demirbas, Patrick Williams Seebacher und Rymon Zacharei gelingt eine Inszenierung, die kaum besser in die Zeit passen könnte. Sie fordern das Publikum, so dass es sich im Nachhinein noch damit auseinandersetzen wird. Es muss nicht nur eine Heimat geben. Im Gegenteil: Wie man in dem Stück sieht, macht es eine Gesellschaft doch erst spannend, wenn wir nicht verlangen, dass sich jemand zwischen zwei Identitäten entscheiden muss, sondern wir ihm die Freiheit geben, sich seine eigene, multikulturelle, multinationale Heimat und Identität zu suchen.

 

#2 Alle unter einem Schirm von Bastian

Zur Eröffnung des Festivals „Take-off: 8. Festival Junger Tanz“ zeigte der Choreograph und Tänzer Takao Baba am 29.01.2015 das Stück „Rōnin – Made in Germany“ im Düsseldorfer Tanzhaus NRW, welches er unter Mitarbeit der Tänzerin Andrea Böge und den Tänzern Sefa Demirbas, Patrick Williams Seebacher und Rymon Zacharei konzipiert hat.

Zu Beginn ist es sehr lange still auf der Bühne. Das Publikum ist den auf der Bühne sitzenden und stehenden Tänzern ausgesetzt. Augenscheinlich handelt es sich um eine Gruppe mit gemischten kulturellem Hintergrund. Es wird sich gegenseitig gemustert, Blicke werden getauscht. Vielleicht auch Vorurteile getroffen. Dann ein plötzlicher Riss, Takao Baba kommt schreiend auf die Bühne gerannt, er zeigt ein Katana und gebärdet sich wie ein Samurai. Rōnin also, der herrenlose Samurai. Bereits hier wird die Ambivalenz des Stückes deutlich, denn nach der aggressiven Geste wird sich brüderlich begrüßt. Hier geht es nicht um Ausgrenzung und kulturelle Segregation, sondern viel mehr um die Ambivalenz und die Erfahrung in einer Kultur, die man nicht als seine eigene empfindet. Anschließend beginnt, Musik zu spielen, das Material kommt aus vielfältigen Quellen. Es ist Kraftwerk zu hören, aber auch Schlager und klassische Musik.

Der Tanz changiert zwischen Elementen von Hip-Hop und zeitgenössischen Formen, immer wieder sind auch Alltagssituationen erkennbar, so verwandelt sich die Bühne zwischenzeitlich in eine Tanzfläche, wie man sie auch in einem Club finden könnte, aber auch ein gemeinsames Am-Tisch-sitzen ist zu sehen. Gezahlt wird getrennt. Die Alltagssituationen dienen dabei als Artefakte aus der kulturellen Realität und haben damit symbolischen Charakter. Dadurch wir eine forschende und multiperspektivische Auseinandersetzung mit dem Thema der Kulturbildung ermöglicht und nachvollziehbar tänzerisch umgesetzt.

Einen Höhepunkt bildet eine Szene, in der zunächst Goethes „Erlkönig“ vorgetragen wird und anschließend mit Hilfe einer Loopbox durch die Tänzer resampled wird. Dabei werden die Überschneidungen und Vermischungsprozesse deutlich, die die fragmentierte kulturelle Persönlichkeit hervorbringen. Es geht nicht um die gegenseitige Auslöschung und Auflösung von kulturellen Fragmenten, sondern um das In-Beziehung-setzen mit den eigenen Wurzeln und der Vergangenheit. Dabei steht jedoch immer im Vordergrund, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, so wird aus der radikalen Geste Babas am Anfang eine versöhnende: Er zieht in der letzten Szene kein Katana aus der Scheide, sondern einen Regenschirm, unter dem sich alle Tänzer zum Schutz vor dem anschwellenden Regen zusammenfinden.

 

#3 Niemand steht alleine da! von Carolin

Eröffnet wurde das diesjährige „8. Festival Junger Tanz“ im Tanzhaus NRW mit der Aufführung „Rōnin – made in Germany“. Unter der künstlerischen Leitung und Konzeption von Takao Baba tanzten unter anderem Andreas Böge, Sefa Demirbas, Patrick Williams Seebacher und Rymon Zacharei. Die Tänzer haben eine unterschiedliche Herkunft wie zum Beispiel Japan, Ägypten oder den Irak und sind nur teilweise in Deutschland geboren. Alle Personen sind zentrale Figuren, welche die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft widerspiegeln. Es wird gezeigt, wie es sich anfühlt, als Einwanderer in Deutschland zu leben und welche Konflikte es mit sich bringt, gleichzeitig zum Beispiel türkisch und deutsch zu sein. Wann ist man „deutsch“? Und welchen Vorurteilen und Klischees wird man als „Deutscher“ unterworfen?

Takao Baba ist ein deutscher Choreograf mit japanischen Wurzeln. Er selber nennt verschieden Kulturen und Nationen seine Heimat, wo er versuchen muss seine Identität zu finden. Im Verlauf des Stückes wird gezeigt, wie und wo sich die einzelnen Tänzer in Deutschland sehen und wie es sich für sie anfühlt, „deutsch“ zu sein. Als Rōnin wurden damals die herrenlos, umherwandernden Samurai-Krieger bezeichnet. An dieses Bild wird man in zahlreichen Szenen erinnert, in denen die Tänzer aufgeregt, verwirrt und hektisch von einer Stelle zur anderen laufen, ohne Orientierung und ohne Ziel. Hier wird verdeutlicht, wie schwer es ist, seine Identität zwischen den verschiedenen Kulturen zu finden. Das Bühnenbild ist mit einem rechteckigen Tisch und fünf Stühlen einfach gehalten. Verschiedene Ausschnitte aus Stücken von Wagner, Kraftwerk und mit deutschem Schlager sowie Goethe zeigt das Ensemble verschiedene Bilder von Deutschland. Anhaltende Phasen der Ruhe geben dem Zuschauer, Zeit das Gesehene zu reflektieren.

Alle Tänzer verkörpern die Intention des Stückes glaubwürdig. Mit wenig Ausdruck im Gesicht vermitteln sie trotzdem viele Emotionen und ziehen den Zuschauer in den Bann. Sie vermitteln die Probleme authentisch und wie es sich als „Heimatloser“ anfühlt. Jeder Tänzer hat seinen eigenen Stil und so werden in dem Stück viele Tanzstile miteinander verbunden. Der Mix zwischen House, Hip Hop, Popping und zeitgenössischer Tanz ist wiederum ein Zeichen für die Vielfältigkeit der aktuellen Gesellschaft.
Der Wechsel zwischen gemeinsamen synchronen Tanzeinlagen und dem orientierungslosen Umherlaufen zeigt die Unsicherheit der Darsteller und verdeutlich das komplexe Thema der Zugehörigkeit. Immer wieder bricht einer aus der Masse aus und versucht sich als Individuum zu zeigen, wird aber von den anderen wieder zurück in die Masse integriert. Sehr mitreißend wird der Zusammenhalt untereinander gezeigt. Mit Bildern, die an „Superman“ erinnern, wird die emotionale Stärke der Einwanderer deutlich gemacht.

Jeder Tänzer hat individuell und authentisch aufgezeigt, wie schwer die Identitätssuche zwischen den verschiedenen Kulturen ist und was sie mit Deutschland verbinden. Mit vielen Bildern und den verschiedenen Musikstücken wird Deutschland in seiner vielseitigen Art überzeugend dargestellt. Das Tanzstück ist für jede Generation sehr sehenswert, reißt mit und regt zum Nachdenken an. Durch schlichte Kostüme, wenig Kulisse und ein diskretes Lichtdesign konzentriert sich die Inszenierung auf seine Intention und hat ein Auge für das Wesentliche. Alle Tänzer zusammen unter einem Regenschirm, das bildet ein schönes Schlussbild: Niemand steht alleine da!

 

#4 Sehen, staunen, mitfühlen von Kunthanee

„Rōnin – made in Germany“ ist mir augenblicklich aufgefallen. Der spannende Titel machte mich neugierig, wie das Symbol des Rōnins und das Thema der „Bi-Kulturalität“ tänzerisch umgesetzt wird und ob diese Performance nur (moderne) tanzbegeisterte Fans für sich überzeugen kann.

Was macht es aus, asiatisch oder arabisch, gleichzeitig aber auch deutsch zu sein? Welche Normen und Sitten haben wir von unseren Eltern? Wie spiegelt sich das in unserer Verhaltensweise und in der Art und Weise wie wir miteinander umgehen oder wie wir gemeinsam am Tisch essen? Mit Fragmenten von Kraftwerk, Wagner, Goethe und deutschem Schlager reflektiert sich dies auf der Bühne in Tanz wieder. Die Multikulturalität der fünf Tänzer, die alle in Deutschland aufgewachsen sind, ist ein Bild unserer aktuellen Gesellschaft. Die Dynamik zwischen den kulturellen Identitäten erforschen die Tänzer in der Rolle als „Rōnin“ auf der Bühne. In dieser Performance, die urbanen Tanzstil, Martial Arts und Zeitgenössischen Tanz verbindet, stellen die Performer verschiedene Stile und somit die moderne Vielfältigkeit in einem fließenden Miteinander, in unserer heutigen Gesellschaft, dar.

Mit Andrea Böge wird der kulturelle Unterschied der Position der Frau tänzerisch erzählt. Der „shadow dance“ zeigt eine Perspektive, wobei die Frau stets hinter dem Mann ist. Gleichberechtigt auf derselben Höhe bzw. vorne mit dem Mann stehen zu wollen, wirkt manchmal wie ein Kampf. Jedoch wird ebenfalls erkennbar, dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steht. In der Annäherung der Frau mit einem japanischen Mann werden die Unannehmlichkeit des Körperkontakts und die Wichtigkeit eines gewissen Abstands deutlich.
Sehen, staunen, mitfühlen – die Tänzer weben in Form von Tanz ein Kulturbild der neuen Generation in Deutschland. Es wird schnell klar, dass die Darsteller alle höchst professionelle Tänzer sind, die sich in diesem Stück besonders mit ihrer eigenen kulturellen Identität tänzerisch auseinander gesetzt haben. Jeder bringt etwas individuelles, geprägt durch die Kultur der Eltern, mit, doch alle gehen gemeinsam den Weg, ihre Identität in Deutschland zu finden. Die Aufführung ist musikalisch und unter tanzgestalterischen Gesichtspunkten sehr gut und modern gelungen. Es spricht alle Altersgruppen an. Ob man sich für das Tanzen interessiert, ist hierbei nicht so wichtig, denn man wird einfach mitgerissen! In einem international zusammengesetztem Team hat Takao Baba ein tolles Projekt gestemmt: Das Thema „deutsch sein“, in der heutigen Zeit und Generation, die Auseinandersetzung mit unseren unterschiedlichen kulturellen Herkünften durch Mutter und Vater und das Nachdenken darüber, was das für jeden von uns bedeutet, ist ein aktuelles Thema!

Nicht nur Fans des urbanen Tanzes kommen hier vollkommen auf ihre Kosten! Takao Baba, Experte der HipHop-Tanzszene, unterstreicht die atmosphärischen Tanzszenen mit starker körperlicher Intensität und erzeugt mit interkultureller Musik und Sprache eine Darstellung vom Feinsten. Mich hat die Tanzaufführung fasziniert und ich habe jede Szene begeistert verschlungen.

 

#5 „Der Erlkönig war Türke“ von Laura

„Rōnin – made in Germany“. Das neue Stück von Takao Baba / E-Motion über Nationenklischees, Andersartigkeit, Anpassung und den Versuch, Berührungsängste zu überwinden.

Den Auftakt des diesjährigen „Take-off: Festival Junger Tanz“ des tanzhauses nrw machte die Performance „Rōnin – made in Germany“ und setzte damit einen klaren Akzent für das Konzept des in diesem Jahr zum achten Mal stattfindenden Tanzfestivals: Hier es geht um Integration, Verschiedenartigkeit und das menschliche Miteinander.

Rōnin – das bedeutet so viel wie herrenloser Krieger; ein umherirrender Samurai, der nirgends wirklich zuhause ist. Und genau diese Thematik behandelt das Stück unter der künstlerischen Leitung Takao Babas. Der aus Japan stammende Tänzer und Choreograf hat seine eigene Erfahrung und die seiner Mittänzer der E-Motion-Crew zum Aufhänger der Performance gemacht, in der die deutsche Einwanderungsgesellschaft auf ironische und zugleich erschreckend ehrliche Weise dargestellt wird und Klischees entlarvt werden.
So beginnt das Stück mit der Titelmelodie des „Tatort“, einem typisch deutschen Sonntagabend-Kriminalfilm. Auch andere Eigenheiten „Made in Germany“ werden aufgezeigt: zum Beispiel das Phänomen des Getrennt-Zahlens im Restaurant nach einem Miteinander am Tisch oder das Rezitieren von Goethes Erlkönig als deutsches Kulturgut.

An dieser Stelle wird das Klischee jedoch aufgebrochen und die Heroisierung der deutschen Lyrik hinterfragt, indem das Gedicht gesampelt wird, durchmischt und dem Erlkönig ein anderes Gesicht gegeben wird: „Der Erlkönig war ‘ne Bitch“, heißt es dann, oder: „Der Erlkönig war Türke.“ Eine Bemerkung, die zu denken gibt, denn was genau ist eigentlich typisch deutsch? Sind es wirklich diese teils schönen, teils verschrobenen Eigenheiten, oder sind es tief in den Köpfen und Herzen der Menschen verankerte Glaubenssätze? Gar der angedeutete Hitlergruß, der wiederholt in einen Bewegungsablauf der Tänzer integriert wird? Oder kann es auch eine Sehnsucht nach der Andersartigkeit sein, die doch unerfüllt bleibt, was im Stück unter anderem durch das Einspielen des deutschen Schlagers „Zigeunerjunge“ untermalt wird. Am Ende bleibt, auch beim Zuschauer, eine Traurigkeit zurück, die Erkenntnis, dass ein Miteinander nicht immer gelingt.

Szenisch und bewegungskünstlerisch dargestellt wird die Heterogenitäts- und Anpassungsthematik zum einen durch die verschiedenen Tanzstile der fünf Performer: Elemente des Hip Hop, Martial Arts und House werden mit zeitgenössischem Tanz verbunden – ein Spiegelbild der Kulturenvielfalt in Deutschland. Zum anderen zeigt die Choreografie des Stückes den Versuch auf, miteinander zu harmonieren, jedoch auch das Scheitern daran: Ein Gleichschritt ist nur bedingt möglich, immer wieder bricht einer der Tänzer aus der synchronen Performance aus, nur, um sich erneut der Gruppe anzupassen. Das Symbol des Rōnin wird über das Stück hinweg immer wieder aufgegriffen, vertreten durch ein Samurai-Schwert, die „Kampfkünste“ der einzelnen Tänzer oder durch den Kampf zwischen jeweils zwei Tänzern, die eine Symbiose versuchen, sich an den Körper des anderen ketten, wieder loskommen wollen, es aber nicht schaffen. Sie müssen miteinander auskommen, auch, wenn sie es nicht im harmonischen Einklang vermögen.

Zum Schluss des Stücks finden sich die fünf Darsteller unter einem Regenschirm zusammen – ein Sinnbild für den Wunsch, dass unser Land all diejenigen, die Schutz suchen, beherbergen möge. Dass Nähe möglich ist, trotz, oder vielleicht gerade wegen der Andersartigkeit. „Rōnin – made in Germany“ ist ein absolut sehenswertes Stück, das durch symbolische Vielfalt und tänzerisches Können glänzt.

 

#6 „Rōnin – made in Germany“ – Eine Rezension von Louise

Der Tänzer steht seinem Publikum zugewandt. Er blickt hin und wieder um sich, als ob er auf etwas warte oder etwas erwarte. Man beginnt sich zu fragen, warum er wartet, auf was oder wen. Es handelt sich um „Rōnin – made in Germany“, eine Tanzproduktion, welche im Rahmen des „Take-off: Junger Tanz“-Festivals im tanzhaus nrw aufgeführt wird. Choreograf Takao Baba und sein vierköpfiges Ensemble (Andrea Böge, Sefa Demirbas, Patrick Williams Seebacher, Rymon Zacharei) verbinden hier Hip-Hop mit zeitgenössischem Tanz und Theater und bringen eine vielschichtige Geschichte auf die Bühne.

Was versteht man unter einem „Rōnin“? Und warum „made in Germany“? Das fragt sich mancher beim Lesen des Titels und hofft auf Aufklärung. Als „Rōnin“ wird ein Samurai bezeichnet, der keinen Herrn mehr hat und somit dem Spott und Hohn seiner gesamten Gesellschaft ausgeliefert ist. Viele Requisiten gibt es nicht und die, die es gibt (ein Tisch, Stühle, ein Mischpult) werden am Ende der kommenden sechzig Minuten wild verstreut sein. Langsam kommt Bewegung in das vorher recht starre Bild und zwei der vier Männer beginnen, sich die Hände zu schütteln. Doch was erst an eine Begrüßung erinnert, wird schnell zu einer Art Kampf. Man zieht und reißt aneinander, verfehlt die Hand des Anderen oder verdreht sich den Arm. Es scheint, als könnten sie nicht mit- und nicht ohne einander. Dieses Gefühl zieht sich von nun an wie ein roter Faden durch die Aufführung. Die Personen suchen nach etwas, scheinen ziellos und isoliert, obwohl sie in ihren Bewegungen stark aufeinander wirken. Sie gehen aufeinander zu und doch aneinander vorbei, sind eine Einheit und doch alleine. So lebt der Tanz von gegenseitigem Abstoßen und Anziehen und Reaktionsketten zwischen den Tänzern. Es fällt auf, dass immer und immer wieder der Versuch unternommen wird, sich synchron und einheitlich zu bewegen, doch das Muster wird jedes Mal zerstört und jemand bricht daraus heraus. Insgesamt wird häufig mit geometrischen Formen gearbeitet, was den Eindruck einer Einheit unterstützt.

Was dort auf der Bühne geschieht, nimmt man als eine Erzählung wahr. Es ist nicht nur ein emotionaler Tanz. Es ist eine Geschichte, die die Tänzer erzählen. Möglicherweise sogar ihre eigene, und man fragt sich, wie es wohl weitergehen mag. Gekonnt wird mit einer geselligen Tischszene dargestellt, dass die Tänzer unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen haben.
Das gesamte Stück ist so von Anspielungen, Zeichen und Hinweisen gespickt, dass es sicherlich eines zweiten Besuches bedarf, um alle ausfindig zu machen. Es zeigt sich die Thematik der Zugehörigkeit, der Heimat, des Verlustes und des Wiederfindens dieser, verschiedener Kulturen in einem Raum und der Nationalitäten. Das Unterschiedlich-sein und doch einen gemeinsamen Nenner finden. Ganz besonders aktuell scheint das Stück in Hinsicht auf Flüchtlinge in Europa und ganz besonders in Deutschland. Der schwierige Akt, Hip Hop mit Inhalt zu füllen ist hier ausgesprochen gut gelungen, doch für den einen oder anderen vielleicht sogar etwas zu wenig tänzerisch.

Musikalisch erkennt man im Stück elektronische sowie verschiedene Hip Hop Einflüsse, doch ganz besonders auffällig ist, dass die Untermalung mit sonst zum Tanz typischer Musik minimalistisch ist. Viel stärker wird hier auf Geräusche gesetzt. Klirren, Rasseln und Klappern wechseln sich mit Schnaufen und Stöhnen ab und bauen eine immense Spannung auf. Ganz besonders gelungen ist Goethes „Der Erlkönig“, der zunächst aufgesagt und dann in einen mutigen Remix verwandelt wird.

Also warum „Rōnin“? Und warum „made in Germany“?
Natürlich ist dies eine Frage der persönlichen Deutung, doch nach dem Besuch des Stückes lässt sich vermuten, dass es um Menschen geht, die hier – nicht in einem vergangenen Asien – wie Rōnins leben. Herrenlose, verlorene Menschen, die in Deutschland ihren Traum oder nur Schutz suchen und nicht weniger ausgeliefert sind, als ein einsamer Samurai.

 

#7 Amalgam aus den verschiedensten Einflüssen von Sarah D.

„Rōnin – made in Germany“, so heißt das neue Stück des Tänzers und Choreografen Takao Baba, das letzte Woche im tanzhaus nrw vor vollen Rängen uraufgeführt wurde. Wie bereits in früheren Produktionen setzt der gebürtige Düsseldorfer sich auch dieses Mal mit der Frage nach der eigenen Identität auseinander und zeigt uns Zuschauern in seiner Inszenierung worin das Wesen einer jeden Kultur liegt, nämlich in der Vielfalt.

Schon der Titel verdeutlicht, dass sich die Identitätsfindung für Menschen mit Migrationshintergrund schwierig gestalten kann. Ein Rōnin, das ist ein herrenloser Samurai, ein Mensch ohne feste Heimat, vielleicht sogar ein Verstoßener. Angesichts der Tatsache, dass Baba japanische Wurzeln hat, stellt sich dann auch ganz schnell die Frage, ob er sich selbst mit seinem Titel beschreibt. Ist etwa er dieser Rōnin, der aber eben auch deutsch, weil hier geboren und aufgewachsen und somit eindeutig „made in Germany“ ist? Man weiß es nicht. Was der Zuschauer zu sehen bekommt, ist ein Spiel der Gegensätze, das sich durch das Stück zieht wie ein roter Faden und klarmacht, dass das Ziehen von zementierten Grenzen unzeitgemäß ist. So verdeutlicht der Choreograf etwa bereits zu Beginn, dass er sich nicht in eine kulturelle Schublade stecken lässt. In Samurai-Aufmachung stürmt er auf die Bühne, ein über den Rücken geschnalltes Samurai-Schwert inklusive, und begrüßt den Zuschauer mit einem zurückhaltenden „Sumimasen“, was so viel bedeutet wie „Entschuldigen Sie bitte“. Sich dabei tief verbeugend, verkörpert er den Vorzeige-Japaner, durch und durch höflich eben. Dass dies ein Klischee ist, steht außer Frage, weshalb der Tänzer sich im Verlaufe dann auch so gar nicht klischiert japanisch benimmt, sich der lockeren HipHop-Mentalität hingibt und freestylet als gäbe es kein Morgen mehr.

Die Hauptaussage des Stücks ist dabei so einfach wie genial: Nichts existiert in seiner Reinform. Punkt. Dass insbesondere unsere Kulturen und somit auch wir Menschen ein Amalgam aus den verschiedensten Einflüssen sind und dass das Vereinen von Gegensätzen Kultur und generell Neues erst hervorbringt, wird hier durch Tanz, Musik und einige wenige gesprochene Textzeilen der Performer verbildlicht. Gegensätze sind in diesem Stück überall zu finden. Kampfkunst-Elemente, die in die Choreografien eingebaut sind, machen beispielsweise deutlich, dass verschiedene, scheinbar eher westlich geprägte Tanzstile sehr viel von den asiatischen Martial Arts übernommen haben. Weiterhin herrscht auf der Bühne ein stetiger Wechsel von Ruhe und Bewegung. Sitzen die Performer in einem Moment bei Totenstille ruhig an einem Tisch, dröhnen in der nächsten Sekunde wieder fette Hiphopbeats aus den Boxen. Die allesamt international bekannten Tänzer Takao Baba, Andrea Böge, Sefa Demirbas, Patrick Williams Seebacher und Rymon Zacharei geben alles mit kraftvollen Moves aus den verschiedensten Tanzstilen. Von Popping über Vogueing, House und Tricking. Es ist so ziemlich alles an urbanen Tanzstilen dabei, wobei diese auch mit zeitgenössischen Tanzelementen vermischt werden. Auch die Musikliste gestaltet sich kontrastreich. Da ertönen mal sanfte Klänge nach japanischer Tradition, die von Streichinstrumenten dominiert sind und unter die Haut gehen, und wenig später dröhnt der Bass, wie es sich für HipHop gehört.

Ein in japanische Kleidung gehüllter „ganzer Kerl“ mit Vollbart, Patrick Williams Seebacher, „voguet“ ladylike, so wie Madonna es 1990 im Video zu ihrem Song „Vogue“ bereits vorgemacht hat. Und zu Alexandras Schlagerhit „Zigeunerjunge“ wird plötzlich cool getanzt. Der Erlkönig wird einfach mal rezitiert von einem durch die Lüfte springenden Breaker. Was Baba damit zeigt ist, dass Gegensätze zusammen funktionieren! Vielmehr noch, sie harmonieren und erst diese Verbindung von scheinbar nicht zusammenpassenden Elementen ist es, die immer wieder zu Innovation führt. In Zeiten von PEGIDA und Co., in denen eine Vielzahl von Menschen sich an ihr vermeintliches kulturelles Erbe klammert, und die Furcht vor dem Fremden zu wachsen scheint, zelebriert Baba die Vermischung. Wir sollten uns nicht an Gegensätzen aufhängen, sondern unsere Gemeinsamkeiten sehen, so beispielsweise die allen Kulturen gemeinsame Liebe für Tanz und Musik. Auch das ist eine beachtliche Leistung Babas. Denn nicht nur zeigt er uns, dass wir keine Angst vor verschwindenden Grenzen haben müssen, er zeigt uns auch, dass wir kommunizieren können ohne des anderen Sprache zu verstehen: über Tanz. Der Ausnahmetänzer zerlegt die Beats auf beeindruckende Weise und übersetzt die Musik in eine Körpersprache die für jeden zugänglich und verständlich ist, egal welcher Herkunft.

Und darum geht es doch letztlich, Ausdruck zu finden in der Kunst und sich über diese zu identifizieren, nicht aber über starre Grenzen, die uns einer Kultur und somit einer Gemeinschaft fest und ultimativ zuordnen. Und so schließt die Autorin gerne mit den für mich wohl weisesten Worten aus diesem großartigen Stück ab: „Der Erlkönig ist schwarz, der Erlkönig ist ’ne Bitch, der Erlkönig ist Türke“.

 

#8 Potpourri der Heimat von Sarah K.

Ein Tisch, zwei junge Männer. Ein DJ-Pult mit einem weiteren jungen Mann. Gespannt warten die Zuschauer auf das weitere Geschehen, als ein junger Asiate zu den Männern eilt. Auf dem Rücken trägt er ein Samuraischwert. Kurz nachdem die allbekannte Titelmelodie der Krimi-Sendung „Tatort“ ertönt, begrüßen sich die jungen Männer per Handschlag. Von nun an dominieren die tänzerischen Elemente des Hip Hops den Saal des Tanzhaus NRW. Takao Baba, ein Düsseldorfer Choreograph und Tänzer mit japanischen Wurzeln, zeigt die Uraufführung seiner Produktion „Rōnin – Made in Germany“ als Eröffnungsstück des diesjährigen Take-off: 8. Festival Junger Tanz. Der Titel spielt nicht nur auf seine eigene Herkunft an, sondern versucht auch den heimatlosen Samurai in den Kontext einer Einwanderungsgesellschaft zu setzen. Dies zeigt sich besonders in den Momenten, in denen deutsche Klassiker aufgegriffen werden, um sie in die moderne Erfahrungswelt der jungen Leute einfließen zu lassen. Im Verlauf des Stücks werden so unter anderem Schlagersängerin Alexandra und Goethes „Erlkönig“ zitiert. Doch nicht immer werden positive Akzente der deutschen Geschichte in den Mittelpunkt der Beobachtung gerückt. Auch ein deutlicher Verweis auf das Dritte Reich findet sich ebenso wie die kritische Auseinandersetzung mit Wagner. Die Erfahrungswelt junger Menschen in einer Einwanderungsgesellschaft zeigt sich damit deutlich als eine Zusammensetzung verschiedenster Einflüsse.

Das schlichte Bühnenbild lässt den vier Tänzern Raum für die Entfaltung ihrer Bewegungen. So haben sie die Möglichkeit zwischen Einzel- und Gruppensequenzen zu wechseln und Verstärkung durch eine Tänzerin zu bekommen. Diese mischt sich unter die anderen Tänzer und agiert sowohl solo als auch als Mittelpunkt des männlichen Interesses. Im Verlauf des Stücks tanzt sie einmal mit jedem der anderen Tänzer unter den aufmerksamen Blicken der anderen. Trotz dieser Konkurrenz überwiegt schlussendlich die Solidarität wie sich auch in der abschließenden Szene zeigt, in der die Tänzer alle Zuflucht unter einem Regenschirm suchen.

Tänzerin Andrea Böge und ihre tänzerischen Kollegen Takao Baba, Sefa Demirbas, Patrick Williams Seebacher und Rymon Zacharei zeigen in „Rōnin – Made in Germany“ sorgfältige Balance zwischen theatralischen und tänzerischen Szenen. Alle fünf Tänzer überzeugen in ihren Solotanzeinlagen und als Gruppe, was vom Publikum mit anhaltendem Applaus belohnt wurde.

 

#9 „Rōnin – made in Germany“ – Eine Rezension von Stephanie C.

Das Schmunzeln, das dem Zuschauer beim Erklingen des „Tatort“-Intros zu Beginn der Vorstellung noch über die Lippen fliegt, versinkt mit jeder Minute tiefer im Dröhnen der Bässe, schrickt zurück vor dem Trommeln von Maschinengewehren und den diffusen Bildern, der Gewaltsymbolik, wird paralysiert von soldatenhaften Bewegungsabläufen und verstummt heimlich in der Betroffenheit und Nachdenklichkeit, die das Stück seinen humoristischen Passagen zum Trotz in jedem Einzelnen zurückzulassen scheint. „Rōnin – made in Germany“ von Takao Baba und seiner Kompanie e-motion malt über den Rand, und zwar mit Nachdruck.

Das Bühnenbild ist minimalistisch, der Fokus liegt ganz auf den fünf Tänzern, allesamt unterschiedlicher Herkunft, vier Männer, eine Frau – der Konfliktstoff ist schnell identifiziert. Doch er entzündet sich nicht in der erwarteten Weise. Baba kreiert ein unscharfes Bild, je genauer man hinschaut, desto weniger sieht man und hat man es schemenhaft erfasst, so wird es unmittelbar wieder aufgebrochen. Die Choreographie ist kraftvoll und betont individualistisch. Der Blick des Zuschauers wird permanent gestreut und damit bizarrerweise auf das Wesentliche gelenkt: die Orientierungslosigkeit und befremdliche Parallelität des Seins als unangenehmer Nachgeschmack einer multikulturellen Gesellschaft, die jederzeit wie aus dem Nichts zu explodieren droht. Und sie tut es – auf der Bühne, in London, in Sydney, in Paris, in Paris, in Paris. Sie rennen, springen, keuchen, brüllen und kommen zur Ruhe. Dann: Goethes „Erlkönig“ und die Katharsis scheint perfekt; der Zuschauer ist außer Atem, die Tänzer auch. Am Ende stehen sie buchstäblich gemeinsam im Regen, dicht gedrängt unter einem Schirm, bis auch dieses Bild aufgelöst und durch das der Einsamkeit ersetzt wird.

Das Stück spielt mit Klischees, reizt sie an der einen oder anderen Stelle vielleicht sogar zu weit aus, ohne aber im Kern zu übertreiben. Die gewagte Verschmelzung von Hip Hop und zeitgenössischem Tanz ist – nicht zuletzt dank der großartig ausgewählten und präzise eingesetzten Musik – ein beeindruckendes Erlebnis. Und dennoch, das Ergebnis wirkt unbefriedigend. Der Knabe stirbt in den Armen seines Vaters. Babas Krieger – verlorene Söhne und Töchter? Deutschland in seiner Rolle als Vaterland unzulänglich, nicht aufmerksam genug, nachlässig und verharmlosend in Bezug auf die Ängste seiner Kinder? Das Stück gibt hierauf keine klare Antwort, die Fragestellung aber gelingt überzeugend und hallt nach. Das Echo übertönt den Abspann, ein empfehlenswerter „Tatort“.

 

#10 „Rōnin – made in Germany“ – eine Rezension von Stephanie M.

Wie kreiert man tänzerisch ein Spiegelbild einer Einwanderungsgesellschaft wie die unsere in Deutschland? Fünf Tänzer beantworten die Frage auf faszinierende und zugleich spielerische Art und Weise. Alle Tänzer stammen aus verschiedenen Ländern und tanzen ihre eigenen Stile, was sie zu eindrucksvollen Charakteren werden lässt. Die Herkunftsländer Japan, Ägypten, Irak, Türkei, Argentinien, Frankreich, USA und Deutschland werden verkörpert durch House, Popping, HipHop, Tricking, Martial Arts und Zeitgenössischen Tanz.

Zunächst sind keine Parallelen zwischen ihnen festzustellen, niemand gleicht dem anderen, jeder kämpft seinen eigenen Kampf. Die Darsteller laufen gleichzeitig aus vier Ecken diagonal über die Bühne und aufeinander zu, mal vorwärts, mal rückwärts und doch treffen sie sich nicht. Bis es darum geht, sich in die Gesellschaft einzufinden, in Deutschland einzufinden. Auf einmal entstehen Parallelen und Synchronitäten in den Bewegungen, teilweise auf den Punkt genau, manchmal auch um Augenblicke versetzt, abwechselnd oder in der Bewegungsabfolge minimal verändert.

Als einheitliche Gruppe bewegen sie sich langsam mit denselben fließenden Bewegungen über die Bühne, doch zwischendurch brechen sie abwechselnd immer wieder aus und fallen in ihre vorherigen Tanzstile und Ausdrucksweisen zurück. Diese Szene beschreibt sehr gut das Pendeln zwischen den verschiedenen Kulturen. Während sie sich also zu einer einheitlichen Gruppe formen und die Bewegungen Einklang finden, werden immer mehr „typisch deutsche“ Klischees sowie Bewegungsformen deutlich eingesetzt und durch die musikalische Unterlegung noch hervorgehoben. So entsteht zugleich eine lustige, aber doch ernsthafte Atmosphäre. Der Höhepunkt des Stückes liegt in dem Gedicht „Erlkönig“, es wird zunächst von einem der Tänzer vorgetragen und anschließend gemeinsam neu interpretiert und abgemischt. Viele Kulturen innerhalb einer Gesellschaft, dies gilt es zu vereinen.

Eine starke Symbolik hat auch das Schlussbild des Stückes. Man hört Regen auf die Bühne prasseln, aus einem vermeintlichen Samuraischwert, welches Takao Baba, einer der Tänzer und Choreograf des Stückes, zu Beginn mit auf die Bühne bringt, wird ein Regenschirm gezogen, unter welchem sich am Ende alle Tänzer eng zusammenfinden.

Es wird gekämpft, es wird gelacht und es erzeugt Gänsehaut. Es ist ein Thema, das jeden einzelnen von uns betrifft und mit dem man sich heutzutage nicht oft genug auseinandersetzten kann, umgesetzt von beeindruckenden, starken und faszinierenden Tänzern.

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